Inklusiver Auferstehungsgottesdienst in Liebfrauen

Eine überraschend große Anzahl an Gottesdienstbesucher*innen versammelte sich am frühen Ostermorgen rund um das Osterfeuer im Innenhof von Liebfrauen, um die Auferstehung Jesu zu feiern. Nach der Segnung des Feuers und der Osterkerze zog die Gemeinde in die dunkle Kirche ein, beim „Lumen Christi“ wurde das Licht der Kerze an alle weitergereicht. Das „Exsultet“ (Osterlob) besingt die entzündete Osterkerze als Zeichen für Christus, das „Licht der Welt“, das die Finsternis der Sünde und des Todes vertreibt.

Der Schöpfungsbericht aus dem Buch Genesis wird durch die Übertragung in Gebärdenpoesie besonders plastisch; die Darstellung verschiedener Pflanzen, Bewohner des Meeres und der Lüfte sowie unterschiedlicher Landtiere durch den Gebärdenchor entlockte das eine oder andere Schmunzeln.

Die frohe Botschaft der Auferstehung im Matthäusevangelium wurde auch im Lied der Maria Magdalena „So wie viele“ (Eckert/Reulein) gefühlvoll vorgetragen und gebärdet. Dass die Auferstehung aber nicht leise, unauffällig „nebenbei“ passiert, vermittelte Br. Jens Kusenberg in seiner Predigt: Die Frauen, die am Ostermorgen zum Grab kommen, finden Jesus nicht vor. Ein Engel schickt sie nach Galiläa, und auf dem Weg dorthin begegnen sie dem Auferstandenen und verkünden den Jüngern die frohe Botschaft. Eine Botschaft, die bewegt, durch die die Welt ein Stückchen bewegt wurde, und durch die hoffentlich auch wir bewegt werden und gegen den Tod ansingen – Halleluja!

EFFATA-Gottesdienst in St. Markus Nied

Gerne folgte LUKAS 14 der Einladung von P. Roger Abdel Massih CML von der Pfarrei St. Hildegard am 14.03.26 einen EFFATA-Gottesdienst am Kirchort St. Markus in Nied zu feiern. Die inklusive Spielgruppe gestaltete zusammen mit IGeL (Gebärdenchor) drei Szenen des Evangelienspiels EFFATA:

  1. Heute
  2. Effata – öffne dich
  3. Pfingsten

Diese inklusive Art und Weise einen Gottesdienst zu gestalten und mit allen Sinnen erlebbar zu machen war für die Gemeindemitglieder eine besondere Erfahrung und wurde begeistert aufgenommen. Nahezu alle Besucher*innen des Gottesdiensts folgten der Einladung die Refrains der Lieder mitzugebärden und so einen neuen Zugang zu Jesu Botschaft zu erleben.

LUKAS 14 bedankt sich ganz herzlich für den freundlichen und liebevollen Empfang in St. Markus. Die Teilnehmenden wurden nach dem Gottesdienst noch zu einem Stück Pizza in den Gemeindesaal eingeladen, wo sich natürlich auch die Gelegenheit ergab, mit den Gottesdienstbesucher*innen ins Gespräch zu kommen.

Ein herzlicher Dank geht auch an Ralf Albensoeder, der uns seine Aufnahmen zur Verfügung gestellt hat.

Aus dem „Hamsterrad“ aussteigen…

...und die Quelle des Herzens entdecken

Zu Beginn des Besinnlichen Vormittags und Feier einer Agape lud Br. Helmut Schlegel OFM die Teilnehmenden zu einem Körpergebet nach biblischen Motiven ein; die einfachen Bewegungen und Gesten helfen sich zu erden, zur Ruhe zu kommen und den Fluss der Gedanken zu unterbrechen.

Genau mit solch einer einfachen Handlung hat auch Jesus für eine Unterbrechung, mit der Option sich neu auszurichten, gesorgt, als die Schriftgelehrten eine Frau, die beim Ehebruch ertappt worden war, zu ihm bringen und seine Stellungnahme erbeten. Jesus ist in einer Zwickmühle: nach dem jüdischen Gesetz müsste die Frau gesteinigt werden; wenn er um Barmherzigkeit bittet, bietet er einen Grund selbst angeklagt zu werden. Jesus hält inne, schreibt mit dem Finger in den Sand und wendet so das Blatt: Wer von euch ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein. Daraufhin halten die Schriftgelehrten ebenfalls inne und gehen fort (siehe Joh 8, 1-11).

Das Ritual des Brotbrechens zum Abschluss der Agapefeier („Liebesmahl“) erinnerte an das letzte Abendmahl und an die Liebe, die Jesus seinen Jüngern und somit allen Menschen entgegenbrachte; gemeinsam wurde gebetet, dass die Augen gütig werden, frei von Neid und Eifersucht, neugierig auf alles Schöne in der Welt, und dass die Ohren hellhörig werden und durch die vielen Töne und Geräusche hindurch das Wort Gottes vernehmen.

LUKAS-Treff im Februar

Beim LUKAS-Treff am 26.02.2026 wurde ein Blick auf Hintergrund und Traditionen rund um den Valentinstag geworfen; passend dazu trug Sophia Malia Hanke vier ihrer selbst verfassten Liebesgedichte vor.

Der Sage nach traute der „Hl. Valentin von Rom“ in der Zeit der Christenverfolgungen Soldaten, denen das Heiraten offiziell verboten war. Er starb als Märtyrer am 14. Februar 269 durch Enthauptung. Die Gestalt des Heiligen ist geschichtlich jedoch nicht gesichert, aber der Legende nach schenkte Valentin Ehepaaren die schönsten Blumen aus seinem Garten, und Ehen, die er schloss, waren besonders glücklich. Eine erste Assoziation Valentins mit der romantischen Liebe gab es bereits im 14. Jh., ab dem 18. Jh. wurde das Fest in England bereits ähnlich begangen wie heute. Die Kommerzialisierung des Valentinstags erfolgte schließlich in den USA, von wo aus er sich nach dem Zweiten Weltkrieg auch in Deutschland etablierte.

Sophia hat erste kleine Reime bereits in der siebten Klasse ihrer Schulzeit verfasst und früh angefangen ihre Gefühle zu Papier zu bringen. Sie schreibt oft melancholische Texte, diesmal aber hat sie viele romantische Metaphern und gefühlvolle Bilder zur Liebe vorgetragen. Die geliebte Person wird mit einer Brücke, einem Ozean oder Leuchtturm verglichen; für sie werden Melodien komponiert, ihr werden Worte, Tränen, Zeit geschenkt. Keltische Flötenmusik nach jedem Gedicht lud zum Weiterträumen ein.

LUKAS-Treff im Januar 2026

  • 17. Februar 2026

Letzte Änderung: 17. Februar 2026

Beim ersten LUKAS-Treff im neuen Jahr gab Benjamin Berger eine Einführung in die weit verzweigte Struktur der Franziskanischen Familie, die den Ersten, Zweiten und Dritten Orden umfasst. Diese drei Hauptzweige der Franziskanischen Gemeinschaften wurden bereits zu Lebzeiten des Heiligen Franziskus (1182-1226) gegründet.

Stammbaum der Franziskanischen Familie
Stammbaum der Franziskanischen Familie

Quelle: https://www.franziskanisch.net/franziskanisch-leben/franziskanische-familie/

Der Erste Orden besteht aus den Männerorden der Franziskaner, Minoriten (kontemplativer Zweig), und der sich nach Reformbewegungen („zurück zu den Wurzeln“) abgespaltenen Kapuzinern. Im Zweiten Orden sind die unmittelbaren Nachfolgegemeinschaften der Schwestern der Heiligen Klara, Klarissen und Klarissen-Kapuzinerinnen. Die weltweit größte Gruppe bildet der Dritte Orden. Die verschiedenen Ordensgemeinschaften des Regulierten Dritten Ordens folgen wie die Ordensgemeinschaften des Ersten und Zweiten Ordens den Ordensregeln, die die Heiligen Franziskus und Klara aufgestellt hatten. Insbesondere in der Zeit der Industrialisierung sind viele (Frauen-)Ordensgemeinschaften entstanden (z.B. die Schervier-Schwestern/Aachener Franziskanerinnen). Es gibt sogar evangelische Tertiaren.  Die Franziskanische Gemeinschaft, der säkulare Zweig des Dritten Ordens, bietet schließlich all denen eine Heimat, die bewusst in der Nachfolge Jesu auf franziskanische Weise leben wollen, Männer und Frauen, verheiratet und unverheiratet. Seinen Ursprung hat der Ordo Franciscanus Saecularis (OFS) in den Büßerbewegungen des 13. Jahrhunderts. Gläubige, die nicht den ehelosen Gemeinschaften der Brüder oder Schwestern beitreten, aber ihr Leben streng nach dem Evangelium ausrichten wollten, baten Franziskus um Anregung für ihr Leben. Mit seinem „Brief an die Gläubigen“ gab ihnen der Poverello 1221 die erhoffte Richtschnur für ein intensives christliches Leben in Familie und Arbeitswelt.

LUKAS-Treff im November

  • 15. Januar 2026

Letzte Änderung: 15. Januar 2026

Frankfurter BehindertenArbeitsGemeinschaft (FBAG)

Seit ihrer Gründung 1992 engagiert sich die FBAG für Gleichstellung und Selbstbestimmung von Menschen mit Behinderungen, eine barrierefreie Stadt, die auch die Teilhabe zum Beispiel bei Ausbildung und Arbeit, Mobilität, Kultur und Freizeit ermöglichen sollte. Die Mitglieder der FBAG sind zum einen Frankfurter Behindertenverbände/-vereine, Verbände der freien Wohlfahrtspflege, Schwerbehindertenvertretungen oder volljährige behinderte Menschen, die in Frankfurt ihren Wohnsitz haben. So findet sich bei den über 30 Mitgliedsorganisationen neben dem Gehörlosen- und Schwerhörigen-Stadtverband, dem Blinden- und Sehbehindertenbund, der Arbeiterwohlfahrt oder der Deutschen Multiple Sklerose-Gesellschaft auch unser Verein LUKAS 14.

Die FBAG möchte mit ihrer Kompetenz, dem Wissen, was Menschen mit Behinderungen tatsächlich brauchen, die Entwicklung der Stadt Frankfurt mitgestalten und sollte am besten vor Entscheidungen von Vorhaben und Planungen informiert und angehört werden. Gerade in einer immer älter werdenden Gesellschaft mit steigender Zahl der Menschen, die im Laufe ihres Lebens eine Behinderung erfahren, wird diese Arbeit immer mehr von Bedeutung. In Bezug auf die Barrierefreiheit im öffentlichen Raum wird mittlerweile einiges berücksichtigt, aber bedauerlicherweise ist allzu oft „gut gemeint“ nicht gleichbedeutend mit einer gelungenen Umsetzung. Abgesenkte Bürgersteige vor Fahrradständern bieten Rollstuhlfahrenden einfach nicht genug Platz, um an dieser Stelle auch tatsächlich hochfahren zu können, Kabelbrücken, die an Bauminseln enden, Befestigungen von Verkehrsschildern mitten auf einem schmalen Bürgersteig sind nur einige Negativbeispiele, auf die Gunter Büchel bei seinem äußerst interessanten Vortrag hingewiesen hat.

Verkehrsschild mitten auf dem Gehweg, sodass Personen mit Rollstuhl auf die Straße ausweichen müssen
Fahrradständer versperren abgesenkten Bürgersteig
Kabelbrücke führt fast auf die Bauminsel (wurde schon verlegt, aber immer noch knapp)

Ein weiteres, eher trauriges, Beispiel für fehlende vorherige Einbindung der FBAG ist ein Pilotprojekt für 9 neue Busse, die zwar im hinteren Bereich eine vergrößerte Sondernutzungsfläche (unter anderem für Rollstühle), aber an diesem Zugang keine Rampe für den Einstieg vorsehen, die bisherigen gelben Haltestangen (gut zu erkennen für Menschen mit Sehbeeinträchtigung) wurden durch solche aus Edelstahl (in denen sich die Umgebung spiegelt) ersetzt.

Ebenfalls im Jahr 1992 wurde von den Vereinten Nationen der Internationale Tag der Menschen mit Behinderung ausgerufen, der jedes Jahr am 3. Dezember weltweit das Bewusstsein für ihre Belange schärfen und den Einsatz für ihre Würde und Rechte fördern soll. Der Weg zur kompletten Teilhabe ist noch weit, aber die FBAG leistet einen großen Beitrag, dass zumindest in Frankfurt das Leben für Menschen mit Behinderungen ein wenig leichter wird, nicht zuletzt dank Gunter Büchel, der im Namen von LUKAS 14 einen Beitrag geleistet und schon einige Projekte „durchgeboxt“ hat. Ein herzliches Dankeschön dafür und für die Gestaltung eines äußerst spannenden LUKAS-Treffs.

Für Interessierte hat Gunter einige nützliche Links zusammengestellt, z.B. Frankfurt inklusiv, Webseiten zur Abfrage des Status von Fahrtreppen bzw. Aufzügen oder barrierefreien Fahrten mit dem RMV.

Ein Formular von der FBAG zur Beschwerde zum Öffentlichen Nahverkehr finden Sie hier: Beschwerdeformular

Beim Online-Stadtführer können Sie sich nach barrierefreien Toiletten, Parkplätzen, Tourismus-Informationen und mehr erkundigen und nach Bedarf filtern.

Der barmherzige Samariter

Die Teilnehmenden des Bibelentdeckers setzten sich erneut mit dem Thema Nächstenliebe auseinander.

Diesmal diente das Gleichnis des barmherzigen Samariters (Lukas 10, 30-37) als Grundlage:
Ein Mann wird ausgeraubt und schwer verletzt am Wegesrand zurückgelassen. Ein Priester und später ein Tempeldiener sehen den Mann am Boden, wechseln jedoch auf die andere Straßenseite, um sich mit dem Menschen nicht auseinandersetzen zu müssen. Ein Samariter jedoch erbarmt sich und hilft der verwundeten Person.

Die Gruppe der Bibelentdecker diskutierte über die unterschiedlichen Perspektiven und das Verhalten der einzelnen Personen und stellte sich die Frage, warum ausgerechnet ein Samariter, der einer verfeindeten Gruppe angehört, aus Mitleid der am Boden liegenden Person hilft. Die unterschiedlichen Perspektiven wurden analysiert und auf Situationen im Alltag bezogen:

  • Wann und von wem würden wir uns helfen lassen, wenn wir in Not sind?
  • Wem würden wir unsere Hilfe anbieten und wie würden wir das angehen?
  • Was hindert uns daran anderen Menschen zu helfen, die auf Unterstützung angewiesen sind?

LUKAS-Treff im Oktober

  • 12. Februar 2026

Letzte Änderung: 12. Februar 2026

Laudato si’ & Fakten zur Klimakrise

Papst Franziskus hat im dritten Jahr seines Pontifikats die Umwelt-Enzyklika Laudato si’– Über die Sorge für das gemeinsame Haus (2015) veröffentlicht, die sich nicht nur an Katholiken oder zumindest Christen richtet, sondern an „alle Menschen guten Willens“. Franziskus will die Menschheit wachrütteln; wir alle müssen über die Grenzen von Religion, Kultur oder Sozialisierung hinweg Verantwortung für den Schutz der Erde tragen, die unser „gemeinsames Haus“ ist. Dem Papst geht es auch um Klimagerechtigkeit: die Menschen des globalen Südens, die am wenigsten zum Klimawandel beitragen, leiden am meisten unter dessen Folgen; Stürme, Dürren, Überschwemmungen, Hitzewellen und daraus resultierend Unterernährung, Infektionskrankheiten, Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind nur einige Aspekte. Ein weiteres apostolisches Schreiben, Laudate Deum (2023), befasst sich mit dem menschengemachten – „anthropogenen“ – Ursprung des Klimawandels und benennt als Ursache das „technokratische Paradigma“: Der technische Fortschritt der Menschheit ist eben nicht nur gut, er führt nicht automatisch zu Glück oder Wohlstand. Nur eine Neuausrichtung unseres Lebensstils, der achtsam mit den Ressourcen, aber auch mit Mitmenschen, Pflanzen und Tieren umgeht, kann dem Kollaps unserer „Mutter Erde“ entgegenwirken. Produktionsformen, Konsumverhalten, Wirtschaft, Kultur und Natur hängen in einem Geflecht von Wechselwirkungen zusammen – alles steht mit allem in Beziehung. Franziskus plädiert mit konkreten Vorschlägen für einen achtsamen und respektvollen Umgang miteinander und mit den Ressourcen, damit diese Erde für alle ein bewohnbares Haus bleibt und auch die Armen zu ihrem Recht kommen. Seit Juli dieses Jahres hat auch der Internationale Gerichtshof der Vereinten Nationen in Den Haag das Menschenrecht auf eine gesunde Umwelt als ein eigenständiges Menschenrecht anerkannt.

Ein herzlicher Dank geht an Holger Klein, der dieses brisante Thema wunderbar präsentiert hat, kurzweilig trotz der vielen Fakten. Holger ist auch Mitglied bei Christians for Future, einer bundesweiten Vereinigung von Christ*innen, die sich als Teil der Fridays-for-Future-Bewegung versteht und sich für Klimaschutz, Gerechtigkeit, Frieden und die Bewahrung der Schöpfung engagiert (Christians 4 Future).

Premiere „Auf Liedersehen“

  • 28. Oktober 2025

Letzte Änderung: 28. Oktober 2025

Die Premiere von „Auf Liedersehen“ war ein voller Erfolg. Am 14.09.2025 präsentierte die Projektgruppe ihr Programm „Einfach normal“ in Offenbach, im t-raum, dem kleinsten Theater Hessens. Die vorgestellten Chansons des Chanson-Kabarett-Duos Haak&Cloşcă und Mitgliedern des Inklusiven Gebärdenchors LUKAS 14 waren nicht nur hörbar, sondern wurden auch visualisiert. Sowohl Hörende als auch Gehörlose fühlten den bunten Mix an Emotionen, verwirklicht durch Elsbeths Gesang, Marius‘ Klänge am Klavier und die Gebärdenpoesie des Gebärdenchors.

LUKAS-Treff September 2025

  • 13. Februar 2026

Letzte Änderung: 13. Februar 2026

Bei demenziellen Erkrankungen sind das Denken, Erinnern und andere geistige Fähigkeiten beeinträchtigt, die häufigste Form ist die Alzheimer-Krankheit. Das Thema Demenz gewinnt in einer immer älter werdenden Gesellschaft mehr und mehr an Gewicht. Beim LUKAS-Treff im September lag der Schwerpunkt auf der Kommunikation mit demenziell erkrankten Menschen.

Typische Anzeichen einer Demenz sind:

  • Einschränkung/Verlust des Kurzzeitgedächtnisses, das Langzeitgedächtnis bleibt lange erhalten
  • Wortfindungsstörungen, Probleme beim Verstehen von Sprache
  • Probleme bei alltäglichen Handlungen, Abläufe werden lückenhaft
  • Veränderungen des Charakters

Auch wenn der dementiell erkrankte Mensch bei fortgeschrittener Erkrankung „kaum noch wiederzuerkennen ist“, bleibt der Mensch ein Mensch, dessen Würde unantastbar ist!

Kommunikationsmodelle:

  • verbale Kommunikation – Wortinhalte erkennen (geht bei Demenz verloren)
  • nonverbale Kommunikation – Körpersprache, Mimik interpretieren (bleibt erhalten)
  • paraverbale Kommunikation – Art und Weise der Kommunikation (wird auch von Demenzerkrankten verstanden)

Kommunikationsstrategien:

  • nicht auf Defizite hinweisen
  • keine Diskussion über den „Wahrheitsgehalt“; der demenziell erkrankte Mensch hat seine ganz persönliche Wahrheit und muss in seiner Welt abgeholt werden
  • auf der Gefühlsebene einsteigen
  • ruhig, langsam, deutlich sprechen; kurze, einfache Sätze bilden
  • das Gesagte mit Mimik und Gesten unterstreichen
  • keine kindliche Sprache verwenden, das nimmt auch eine demenzerkrankte Person wahr

In der ersten Phase der Erkrankung können dementiell Erkrankte sich gut an länger zurückliegende Ereignisse erinnern; Lieder und Geschichten aus der Jugendzeit, der ausgeübte Beruf etc. bieten Anknüpfungspunkte zur Kommunikation, die Betroffenen können sich selbst einbringen und berichten. Je weiter fortgeschritten eine Demenz ist, desto mehr muss die Kommunikation auf die Gefühlsebene verlagert werden; Berührungen, Blickkontakt, Musik aus der Kindheit sind dann essenziell für den mitmenschlichen Austausch und werden auch noch von scheinbar komplett unbeteiligten, bettlägerigen Patient*innen wahrgenommen.

Ein herzlicher Dank geht an Bettina Schmidt, die uns mit großer Fachkompetenz eine Einführung in dieses wichtige Thema vermittelt hat.