Das Archiv befindet sich noch im Aufbau und wird mit der Zeit ergänzt.
Einblick in Katharina Miess‘ Leben mit einer körperlichen Behinderung
- 13. Mai 2026
Beim LUKAS-Treff am 30.04.2026 gab uns Katharina Miess (Kathi) einen sehr authentischen und bewegenden Einblick in ihr Leben mit einer körperlichen Behinderung.
Das Gespräch, das in Form eines Interviews von Corinna Link geführt wurde, gliederte sich in die Bereiche: Herkunft, Schulausbildung, Berufsausbildung und berufliche Tätigkeit, Leben mit Assistenz.
Herkunft
Kathi berichtete zunächst über ihren Weg von Siebenbürgen (Rumänien) nach Deutschland Anfang der 1970er-Jahre.
Seit einer Hirnhautentzündung im Alter von zehn Monaten lebt sie mit einer spastischen Lähmung in Armen und Beinen. Sie ist Rollstuhlfahrerin, konnte jedoch bis zu ihrem 40. Lebensjahr noch an der Hand oder mit „Vierfußgehhilfen“ etwas laufen.
In einer Zeit, in der es in ihrer Heimat keine ambulanten Therapien gab, musste sie als kleines Kind – getrennt von den Eltern – in einer „Krankenhausschule“ (Schule und Therapie) betreut werden.
Doch ihre Eltern kämpften für eine bessere Zukunft der Tochter.
So kam Kathi 1972, im Alter von 10 Jahren, gemeinsam mit ihrem Vater für ein Jahr zur medizinischen Behandlung nach Deutschland. Da der Vater arbeitete, lebte sie bei sehr fürsorglichen Pflegegroßeltern.
Als Kathi 1973 wieder in ihre Heimat nach Hermannstadt zurückkehren musste, – die rumänischen Behörden hatten nur ein Jahr Aufenthalt bewilligt – erklärte sie den Eltern, dass sie unter keinen Umständen zurück in die „Krankenhausschule“ gehen möchte.
Die Eltern überlegten sich einen Ausweg, nahmen Kontakt zur örtlichen Schulbehörde auf und erhielten die Auskunft, dass das Kind zwar formal in die reguläre Schule aufgenommen werden könne, der Unterricht aber von zu Hause aus stattfinden müsse.
Ab diesem Zeitpunkt wurde Kathi zu Hause von Pädagogikstudenten in allen relevanten Fächern auf Deutsch unterrichtet, während die Lehrkräfte der Schule, an der sie offiziell geführt wurde, für die Abnahme der Klassenarbeiten und Prüfungen zuständig waren.
1978 durfte Kathi endgültig nach Deutschland ausreisen. Da nur der Vater mit dabei war, lebte sie wieder bei den Pflegegroßeltern.
Die Mutter kam mit den zwei jüngeren Geschwistern ein Jahr später nach. Dafür musste die Familie das Haus in Siebenbürgen (Rumänien) dem Staat zu einem vorgegebenen Preis überlassen.
Kathis Worte dazu: „Meine Eltern haben in Rumänien alles aufgegeben, um mir eine gesicherte Zukunft in Deutschland zu ermöglichen.“
Schulausbildung
Nach der Übersiedlung nach Frankfurt besuchte Kathi kurzzeitig die damalige Heinrich-Steul-Schule, heutige Viktor-Frankl-Schule für körperbehinderte Kinder und Jugendliche. Da sie dort unterfordert war, wechselte sie sehr schnell in die fünfte Klasse des Realschulzweigs der Hermann-Herzog-Schule für seh- und körperbehinderte Menschen. Sie war damals 16 Jahre alt.
1983, im Alter von 21 Jahren, hatte Kathi ihren Realschulabschluss „in der Tasche“ und der Bewerbungsmarathon (handschriftliche Bewerbungen) begann.
Bereits seit ihrem 19. Lebensjahr ist Kathi bei der Fraternität Behinderten-Selbsthilfe e.V. ehrenamtlich aktiv.
Berufsausbildung und berufliche Tätigkeit
Aufgrund der körperlichen Behinderung war es ein schwieriges Unterfangen, einen passenden Ausbildungsplatz zu finden. Dennoch gelang es Kathi, noch im Jahr 1983 eine Ausbildung zur Verwaltungsfachangestellten bei der Stadt Frankfurt zu beginnen, die sie drei Jahre später erfolgreich abschloss.
Nach der Ausbildung im Jahr 1986 wurde sie in der Verwaltung des Hauptfriedhofs Frankfurt eingesetzt.
Es sollte eine Arbeitsstelle in der Nähe der Wohnung sein, um die Fahrtkosten per Taxi im Rahmen zu halten.
1988 wechselte Kathi auf eigenen Wunsch zur Städtischen Pietät, wo sie bis zum Ende ihrer Berufstätigkeit im Jahr 2020 tätig war.
Ihr Aufgabengebiet umfasste vor allem die telefonische Beratung trauernder Angehöriger. Diese Arbeit erfüllte sie sehr, da sie Menschen in schwierigen Lebenssituationen beistehen konnte.
Kathis Worte dazu: „Auch wenn die Aufgabe nicht immer einfach war und viel Fingerspitzengefühl erforderte, wuchs ich an dieser Herausforderung. Ich habe versucht, alles zu geben, was in meiner Macht stand.“
Leben mit Assistenz
Kathi ist im Alter von 24 Jahren aus ihrem Elternhaus in eine eigene, barrierefreie Wohnung umgezogen.
In den ersten Jahren erhielt sie Unterstützung von ihrer Familie.
Im Herbst 1999 wurde der Verein selbst e.V. gegründet – unter anderem von Kathis damaliger Freundin, der Sozialarbeitern Petra Rieth (verstorben 2018), dem Sozialarbeiter Hannes Heiler, dem evangelischen Pfarrer Hans-Georg Friedrich-Döring, weiteren Menschen mit Behinderung, darunter auch Kathi.
Ziel des Vereins ist es, schwerbehinderten Menschen mit Hilfe von Assistenzkräften ein selbstbestimmtes Leben in der eigenen Wohnung zu ermöglichen.
Bereits vor der Vereinsgründung hatte Petra Rieth Kathi angesprochen, ob sie nicht unabhängig von der Hilfe der Familie leben wolle.
Im Jahr 2000 begann der Verein mit seiner praktischen Arbeit und Kathi war die erste Kundin. Ihr Hilfebedarf in den Bereichen Pflege, Hauswirtschaft und Freizeitgestaltung wurde ermittelt, Kostenträger war damals die Stadt Frankfurt.
Der Weg zur passenden Assistenz:
Um geeignetes Personal zu finden, schaltete selbst e.V. Inserate, in denen die Anforderungen an die gesuchten Assistenzkräfte beschrieben wurden.
Kathis Worte dazu: „Da ich zu der Zeit noch berufstätig war, war es sehr wichtig, dass die erste Kraft am Tag ihren Dienst bereits um 5:00 Uhr morgens beginnen konnte.“
Die Assistent:innen sind meist Laienkräfte, eine pflegerische Ausbildung ist keine Voraussetzung.
Für spezielle medizinische Tätigkeiten, wie zum Beispiel das Verabreichen von Spritzen, muss normalerweise ein Pflegedienst hinzugezogen werden.
In Kathis Fall dürfen die Assistenzkräfte – auf ihren ausdrücklichen Wunsch hin – das Insulin spritzen.
Selbstbestimmung bei der Auswahl der Assistenzkräfte:
selbst e.V. führt eine Kartei, in der die potenziellen Kräfte mit ihren Wünschen und Vorstellungen gelistet sind.
Gemeinsam mit dem Kunden wird geschaut, wer am besten zu wem passen könnte.
Die endgültige Entscheidung trifft der behinderte Mensch nach einem persönlichen Vorstellungsgespräch.
Bei Kathi ist es mittlerweile so, dass neue Assistenzkräfte häufig durch Empfehlungen aus dem bestehenden Team zu ihr kommen.
Heute leitet Kathi ihren eigenen kleinen Betrieb:
Kathi beschäftigt eine Vollzeitkraft und acht Minijobber:innen, für die sie die Koordination übernimmt. Das bedeutet unter anderem, dass sie spätestens zehn Tage vor Beginn des neuen Monats einen Dienstplan erstellt. Es ist eine knifflige Angelegenheit, da sie die Arbeitszeiten der Minijobber:innen in deren Hauptberufen berücksichtigen muss.
Während die Assistenzkräfte ihre geleisteten Stunden in eine Arbeitszeiterfassung eintragen, wird die formale Abrechnung durch die Buchhaltung von selbst e.V. erledigt.
Bei der Einteilung der Dienste achtet Kathi ebenso auf die individuellen Fähigkeiten, Interessen und die körperliche Belastbarkeit jeder Person. So begleitet sie eine Kraft besonders gerne zu abendlichen Freizeitaktivitäten, während ein männlicher Assistent sie gezielt bei der Nutzung des ÖPNV unterstützt.
Kathis Worte dazu: „Die Planung erfordert ein hohes Maß an Organisationstalent. Insbesondere bei Krankheit der Assistent:innen muss ich sehr schnell umdisponieren.“
Zu den Assistenzkräften pflegt Kathi ein individuelles Verhältnis. Die Balance zwischen der persönlichen Nähe im Alltag und der Rolle als Arbeitgeberin sei ihr aber bisher sehr gut gelungen.
Fazit
Das Arbeitgebermodell ist ein wertvoller Weg, selbstbestimmt in den eigenen vier Wänden leben zu können.
Dennoch muss man klar festhalten: Dieses Modell ist nicht für jeden Menschen mit Behinderung gleichermaßen geeignet. Während Kathi die Rolle als Organisatorin / Managerin schätzt, gibt es Menschen, die diese große Verantwortung und den Aufwand scheuen und die Aufgaben lieber in die Hände eines Pflegedienstes oder einer anderen Betreuungsform legen.
Das Büro von selbst e.V. berät Interessierte ausführlich über die Vor- und Nachteile des Arbeitgebermodells.
Kathi gehört dem Vorstand des Vereins an.
Informationen aus dem Flyer von selbst e.V.
selbst e.V.
… ist ein Selbsthilfeverein mit Dienstleistungsangebot für Menschen mit Behinderung und Hilfebedarf.
Selbstbestimmung bedeutet nach Auffassung des Vereins: „Pflegeabhängige Menschen sollen als Arbeitgeber ihrer Pflegekräfte eigenständig alle Entscheidungen treffen, die ihren Lebensalltag angehen.“
Das bedeutet konkret Hilfe in folgenden Angelegenheiten:
- Klärung von Art und Umfang der Hilfestellungen
- Finanzierung der HelferInnen durch Kostenträger
- Suche nach neuen HelferInnen
- Unterstützung bei der Anleitung von HelferInnen
- Korrekte Abrechnung und Personalverwaltung
- Vernetzung und Austausch mit anderen pflegeabhängigen ArbeitgeberInnen über Fragen von gemeinsamen Interessen
Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage von selbst e.V.
Corinna Link
Inklusives Chanson-Kabarett zum 5. Mai …
- 5. Mai 2026
... dem Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen
Der 5. Mai ist der europäische Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen. Jedes Jahr werden um dieses Datum herum verschiedene Aktionen gestartet, um auf die Belange von Menschen mit Behinderungen aufmerksam zu machen. In diesem Jahr präsentierte LUKAS 14 ein Inklusives Chanson-Kabarett mit dem Kabarett-Duo Haak&Closca und dem Inklusiven Gebärdenchor. Unter den Mitwirkenden befanden sich Personen mit Polio, Down-Syndrom, Gehörlosigkeit und ohne sichtbare Behinderung.
„Was ist denn schon normal?“, fragt Elsbeth Haak provokativ, bevor sie ihre Antworten präsentiert. Die eine hört nicht, ein anderer sieht nicht, wieder eine andere hat lahme Arme, spricht schnell und laut oder hat einen „Gehapparat“. Mit dem Programm „Einfach normal“ wurde vermeintliche Normalität hinterfragt und mit einer Achterbahn der Gefühle schließlich dekonstruiert.
Wegen der großen Nachfrage ist geplant, den Inklusiven Chanson-Kabarett-Abend im Herbst zu wiederholen.
Inklusiver Gottesdienst in Hofheim
- 4. Mai 2026
Wieder einmal war der Inklusive Gebärdenchor LUKAS 14 (IGeL) zu Gast in Hofheim-Marxheim und feierte am 14. April zusammen mit Br. Helmut Schlegel OFM einen Inklusiven Gottesdienst im „Haus vom guten Hirten“.
Das zentrale Thema des Gottesdiensts war das Netz. Einerseits ein materielles Netz, aus vielen dünnen Fäden mit großen Lücken, das doch stark genug ist, den reichen Fischfang (Joh 21, 1–14) aufzunehmen. Andererseits unsere „Lebens- und Glaubensnetze“, auf die wir vertrauen dürfen, dass wir trotz unserer Ängste und Zweifel durch Gottes Kraft durch das Leben getragen werden.
Inklusiver Auferstehungsgottesdienst in Liebfrauen
- 15. April 2026
Eine überraschend große Anzahl an Gottesdienstbesucher*innen versammelte sich am frühen Ostermorgen rund um das Osterfeuer im Innenhof von Liebfrauen, um die Auferstehung Jesu zu feiern. Nach der Segnung des Feuers und der Osterkerze zog die Gemeinde in die dunkle Kirche ein, beim „Lumen Christi“ wurde das Licht der Kerze an alle weitergereicht. Das „Exsultet“ (Osterlob) besingt die entzündete Osterkerze als Zeichen für Christus, das „Licht der Welt“, das die Finsternis der Sünde und des Todes vertreibt.
Der Schöpfungsbericht aus dem Buch Genesis wird durch die Übertragung in Gebärdenpoesie besonders plastisch; die Darstellung verschiedener Pflanzen, Bewohner des Meeres und der Lüfte sowie unterschiedlicher Landtiere durch den Gebärdenchor entlockte das eine oder andere Schmunzeln.
Die frohe Botschaft der Auferstehung im Matthäusevangelium wurde auch im Lied der Maria Magdalena „So wie viele“ (Eckert/Reulein) gefühlvoll vorgetragen und gebärdet. Dass die Auferstehung aber nicht leise, unauffällig „nebenbei“ passiert, vermittelte Br. Jens Kusenberg in seiner Predigt: Die Frauen, die am Ostermorgen zum Grab kommen, finden Jesus nicht vor. Ein Engel schickt sie nach Galiläa, und auf dem Weg dorthin begegnen sie dem Auferstandenen und verkünden den Jüngern die frohe Botschaft. Eine Botschaft, die bewegt, durch die die Welt ein Stückchen bewegt wurde, und durch die hoffentlich auch wir bewegt werden und gegen den Tod ansingen – Halleluja!
Osterfrühstück in LUKAS 14 am Ostersonntag 05.04.2026
- 13. April 2026
- 14. April 2026
Letzte Änderung: 14. April 2026
Nach einem erfüllten Auferstehungsgottesdienst in Liebfrauen Frankfurt sind viele der Einladung gefolgt und mit zum Osterfrühstück nach LUKAS 14 gekommen.
Kaum zu glauben, was sie dort erwartete:
Viele helfende Hände hatten den großen Saal in ein Osterparadies verwandelt, die Tische waren mit kleinen Osterkörbchen dekoriert und ein besonderer „Hingucker“ war die Osterlandschaft, die von Anneliese Kannengießer gestaltet wurde.
Nach der Begrüßung durch Patricia Ehl und Cornelia Horne als Dolmetscherin, wurde das Osterfrühstücksbuffet eröffnet, welches mit viel Liebe zubereitet wurde und keine Wünsche offenließ. Dafür verantwortlich war Kathy Widder.
Allen Helfern ein herzliches Dankeschön.
Gut gestärkt und beseelt, durch die vielen Begegnungen und Gesprächen, gingen die Anwesenden an diesem Ostersonntag nach Hause.
Wir wünschen allen ein gesegnetes, frohes Osterfest
und schließen mit einem Text von Paul Weismantel:
Freu‘ dich, erlöste Christenheit
Osterfeuer lasst uns entzünden, um vom göttlichen Licht erfüllt zu werden, dass der Auferstandene in uns entfachen will.
Osterwege lasst uns wagen, um aufzubrechen aus jeder ängstlichen Enge in die neue Weite des Auferstandenen!
Ostertische lasst uns decken, um alle einzuladen zum Mahl der Hoffnung, die nie mehr stirbt, weil der Auferstandene lebt!
Osterlieder lasst uns singen, um einzustimmen in den festlichen Jubel über den glorreichen Sieg des Auferstandenen!
LUKAS-Treff im März zum Frühlingserwachen
- 30. März 2026
Frühlingserwachen
Nachdem der meteorologische und kalendarische Frühlingsanfang schon war, wurde am 26. März 2026 in LUKAS 14 der Frühling zum Erwachen gebracht.
Wer kennt nicht die Zeile von Hermann Hesse aus dem Gedicht Stufen „Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne“?
In harmonischer Runde wurde der „Zauber“ entschlüsselt. Alle berichteten von Ihren Eindrücken, die der Frühling in ihnen ausgelöst hat.
Magnolien am Mainufer, Vogelgezwitscher am Morgen, Duft nach Frühling, Sonne, Krokusse und andere Blumen in ihrer Farbenvielfalt, Marienkäfer, Hummeln und vieles mehr. Glücksgefühle und positive Energien waren zu spüren, wie auch manch schwieriger Übergang von der „Winterstarre“ in die aufwachende Natur.
Da war es kein „Zauber“, dass nun einige Dichter unter die Lupe genommen wurden, um zu erfahren, was diese inspiriert hat, über den Frühling zu schreiben.
Rainer Maria Rilke, (1875 – 1926) Frühling
Christian Morgenstern, (1871-1914) Frühlingsregen
Joseph von Eichendorff, (1788-1857) Frühlingsnacht
Eduard Mörike, (1804-1875) Er ist‘s
Alle verbinden zeitlose Bilder von Blumen, wärmenden Sonnenstrahlen und aufkommender Lebensfreude. Wir sollen eingeladen werden, die Frische und die Lebendigkeit zu erleben und über die Symbolik nachzudenken.
Kurze Zusammenfassung:
Rilke verknüpft die Schönheit des Frühlings mit der Vergänglichkeit als auch Neubeginn.
Morgenstern beschreibt den Frühling als eine Zeit der Erneuerung und des Erwachens.
Von Eichendorff schildert eine zauberhafte Frühlingsnacht, in der die Natur voller Geheimnisse und Schönheit erstrahlt.
Mörike zelebriert das Erwachen des Frühlings in der Natur und die damit einhergehende Freude.
Besonders das Gedicht von Eduard Mörike hat es allen angetan:
Er ist’s
Frühling lässt sein blaues Band
Wieder flattern durch die Lüfte;
Süße, wohl bekannte Düfte
Streifen ahnungsvoll das Land.
Veilchen träumen schon,
Wollen balde kommen.
Horch, von fern ein leiser Harfenton!
Frühling, ja du bist’s!
Dich hab‘ ich vernommen!
Hier kamen alle Gäste ins Schwärmen.
Das Gedicht ist ein Lobgesang auf die Ankunft des Frühlings und lässt die Zuhörenden den Frühling mit allen Sinnen miterleben.
Das „blaue Band“ symbolisiert die Leichtigkeit und Bewegung des Frühlings.
Mit „süße, wohl bekannte Düfte“ wird die Vertrautheit und Verlässlichkeit des wiederkehrenden Frühlings hervorgehoben.
Die „Veilchen“ verkörpern die Zartheit und das Erwachen der Natur.
Der „Harfenton“ unterstreicht die Harmonie und die Sanftheit, die der Frühling bringt und steht für Freude und Frieden.
„Frühling, ja du bist’s!“ „Dich hab‘ ich vernommen!“ drückt die persönliche Freude über den Frühling aus und betont die Verbindung zwischen Menschen und Natur.
Nach so viel Poesie und Lyrik wurde für das leibliche Wohl gesorgt, welches mit Bedacht auf den Frühling zubereitet wurde. Nudeln mit grünem Pesto symbolisierten das zarte Grün der aufwachenden Natur, das Dekor auf dem Kuchen deutete auf Waldwege hin und den abseits sprießenden Blumen mit all ihren Farben.
Ein fröhlicher Abend, der die Freude des Frühlings mit viel Lachen, Anekdoten, eigenen Erfahrungen und Erinnerungen ausdrückte, verabschiedete die Besucher mit tiefen Eindrücken und manch anderem Blick auf diese Jahreszeit.
„Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne“ – bewahren wir uns diesen „Zauber“.
EFFATA-Gottesdienst in St. Markus Nied
- 29. März 2026
Gerne folgte LUKAS 14 der Einladung von P. Roger Abdel Massih CML von der Pfarrei St. Hildegard am 14.03.26 einen EFFATA-Gottesdienst am Kirchort St. Markus in Nied zu feiern. Die inklusive Spielgruppe gestaltete zusammen mit IGeL (Gebärdenchor) drei Szenen des Evangelienspiels EFFATA:
Diese inklusive Art und Weise einen Gottesdienst zu gestalten und mit allen Sinnen erlebbar zu machen war für die Gemeindemitglieder eine besondere Erfahrung und wurde begeistert aufgenommen. Nahezu alle Besucher*innen des Gottesdiensts folgten der Einladung die Refrains der Lieder mitzugebärden und so einen neuen Zugang zu Jesu Botschaft zu erleben.
LUKAS 14 bedankt sich ganz herzlich für den freundlichen und liebevollen Empfang in St. Markus. Die Teilnehmenden wurden nach dem Gottesdienst noch zu einem Stück Pizza in den Gemeindesaal eingeladen, wo sich natürlich auch die Gelegenheit ergab, mit den Gottesdienstbesucher*innen ins Gespräch zu kommen.
Ein herzlicher Dank geht auch an Ralf Albensoeder, der uns seine Aufnahmen zur Verfügung gestellt hat.
Aus dem „Hamsterrad“ aussteigen…
- 9. März 2026
...und die Quelle des Herzens entdecken
Zu Beginn des Besinnlichen Vormittags und Feier einer Agape lud Br. Helmut Schlegel OFM die Teilnehmenden zu einem Körpergebet nach biblischen Motiven ein; die einfachen Bewegungen und Gesten helfen sich zu erden, zur Ruhe zu kommen und den Fluss der Gedanken zu unterbrechen.
Genau mit solch einer einfachen Handlung hat auch Jesus für eine Unterbrechung, mit der Option sich neu auszurichten, gesorgt, als die Schriftgelehrten eine Frau, die beim Ehebruch ertappt worden war, zu ihm bringen und seine Stellungnahme erbeten. Jesus ist in einer Zwickmühle: nach dem jüdischen Gesetz müsste die Frau gesteinigt werden; wenn er um Barmherzigkeit bittet, bietet er einen Grund selbst angeklagt zu werden. Jesus hält inne, schreibt mit dem Finger in den Sand und wendet so das Blatt: Wer von euch ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein. Daraufhin halten die Schriftgelehrten ebenfalls inne und gehen fort (siehe Joh 8, 1-11).
Das Ritual des Brotbrechens zum Abschluss der Agapefeier („Liebesmahl“) erinnerte an das letzte Abendmahl und an die Liebe, die Jesus seinen Jüngern und somit allen Menschen entgegenbrachte; gemeinsam wurde gebetet, dass die Augen gütig werden, frei von Neid und Eifersucht, neugierig auf alles Schöne in der Welt, und dass die Ohren hellhörig werden und durch die vielen Töne und Geräusche hindurch das Wort Gottes vernehmen.
LUKAS-Treff im Februar
- 8. März 2026
Beim LUKAS-Treff am 26.02.2026 wurde ein Blick auf Hintergrund und Traditionen rund um den Valentinstag geworfen; passend dazu trug Sophia Malia Hanke vier ihrer selbst verfassten Liebesgedichte vor.
Der Sage nach traute der „Hl. Valentin von Rom“ in der Zeit der Christenverfolgungen Soldaten, denen das Heiraten offiziell verboten war. Er starb als Märtyrer am 14. Februar 269 durch Enthauptung. Die Gestalt des Heiligen ist geschichtlich jedoch nicht gesichert, aber der Legende nach schenkte Valentin Ehepaaren die schönsten Blumen aus seinem Garten, und Ehen, die er schloss, waren besonders glücklich. Eine erste Assoziation Valentins mit der romantischen Liebe gab es bereits im 14. Jh., ab dem 18. Jh. wurde das Fest in England bereits ähnlich begangen wie heute. Die Kommerzialisierung des Valentinstags erfolgte schließlich in den USA, von wo aus er sich nach dem Zweiten Weltkrieg auch in Deutschland etablierte.
Sophia hat erste kleine Reime bereits in der siebten Klasse ihrer Schulzeit verfasst und früh angefangen ihre Gefühle zu Papier zu bringen. Sie schreibt oft melancholische Texte, diesmal aber hat sie viele romantische Metaphern und gefühlvolle Bilder zur Liebe vorgetragen. Die geliebte Person wird mit einer Brücke, einem Ozean oder Leuchtturm verglichen; für sie werden Melodien komponiert, ihr werden Worte, Tränen, Zeit geschenkt. Keltische Flötenmusik nach jedem Gedicht lud zum Weiterträumen ein.
























































