Letzte Änderung: 19. Januar 2026
Am dritten Adventssonntag „Gaudete – Freut euch“ wurde in der Liebfrauenkirche ein besonders festlicher Gottesdienst gefeiert, der vom Verein LUKAS 14 gestaltet wurde.
Jedes gesprochene Wort wurde vom Gebärdensprachdolmetscher Stefan Richter in Gebärdensprache übersetzt. Musikalisch wurde der Gottesdienst von Peter Reulein an der Orgel begleitet.
Die Bezeichnung des 3. Adventssonntags geht auf das erste Wort des lateinischen Eröffnungsverses, „Gaudete in Domino semper“ = „Freut euch im Herrn zu jeder Zeit“, zurück.
An diesem Sonntag beginnt die zweite Hälfte der Adventszeit, steht für die besondere Vorfreude auf die Geburt des Herrn und man soll schon das Licht von Weihnachten leuchten sehen.
Deshalb kann an diesem Tag die liturgische Farbe „Rosa“ verwendet werden, welche die sonst im Advent übliche Bußfarbe „Violett“ aufhellt; durch den Schein von Weihnachten.
Rosa ist eine Farbe, die Freude und Fröhlichkeit widerspiegelt.
In seiner Predigt griff Bruder Jens Kusenberg das Leitwort auf: „Gaudete – Freut euch“
Früher war der Advent eine Zeit des Fastens und der Buße, ähnlich der Fastenzeit vor Ostern. Um die Gläubigen zu ermutigen und sie an die Freude zu erinnern, die sie in der Ankunft des Herrn erwartet, wurde ein Tag der Erleichterung eingeführt.
Theologisch lädt der Sonntag dazu ein, über das Gleichgewicht zwischen Freude und Buße nachzudenken. Je näher das Weihnachtsfest kommt, wird spürbar, das Hoffnung und Freude in den Mittelpunkt rückt. Es ist ein freudiger Einschnitt in der sonst eher besinnlichen und erwartungsvollen Adventszeit.
Gerade in dieser Zeit, in der Lichter und Dekorationen die wahre Bedeutung von Weihnachten überstrahlen könnte, mahnt uns der Gaudete-Sonntag dazu an, das innere Licht des Glaubens zu entzünden und mit der Welt zu teilen. Nicht nur im Advent, sondern auf unserem gesamten Lebensweg.
Freut euch im Herrn allezeit. Noch einmal sage ich: Freut euch!
Ein besonderer Höhepunkt dieser Heiligen Messe war der Auftritt des Gebärdenchores, der die Lieder eindrucksvoll in Gebärdensprachpoesie umsetzte und die Botschaft des Advents auf eine ganz eigene, sichtbare Weise erfahrbar machte. Ebenso bewegend war der Tanz von Felicitas zu dem Lied „Tochter Zion“, der die Vorfreude auf das Weihnachtsfest mit Anmut und Ausdruckskraft widerspiegelte.
Der Gottesdienst in der Liebfrauenkirche war von genau dieser freudigen, zugleich tiefen Atmosphäre geprägt. Viele Besucherinnen und Besucher gingen gestärkt, berührt und mit einem Gefühl innerer Freude in die weitere Adventszeit. Es war ein wunderschöner Gottesdienst, der den besonderen Charakter des dritten Advents eindrucksvoll erlebbar machte.
