Integrativer Gottesdienst
unter anderem:
gestaltet von Jugendlichen aus aller Welt
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leer
monatliche Seniorentreffs
1981 bis 2006
leer
Jugendgruppe in Rom
1988
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Integratives Theater – hier:
„Die Mausefalle“
von Agatha Christie

Wie entstand LUKAS 14?

Der Förderverein der Kath. Gehörlosenseelsorge PAX wurde 1996 gegründet um das damals neu bezogene kleine Zentrum in der Vilbeler Strasse 36 auf Dauer mitzufinanzieren. Gehörlosenseelsorger seit 1977 waren P. Amandus Hasselbach OFMcap, Pastorale Mitarbeiterin und Sozialpädagogin Christina Kupczak. Damals bekam PAX die großzügig bemessenen Räume vom Bistum Limburg finanziert.

Wir hatten bereits durch große Integrationsprojekte, Gottesdienste und Veranstaltungen in der Liebfrauengemeinde, Theaterprojekte 1989 und 1994 sowie die beginnende Gebärdensprachforschung (Prof. Helen Leuninger und Daniela Happ, JWG-Universität Frankfurt a.M.) den Rahmen einer traditionellen Gehörlosengemeinschaft verlassen und dies sollte ein fortschreitender Prozess in den nächsten zehn Jahren sein, der letztendlich in LUKAS 14 mündete.

Die Mitglieder des Gründungsvorstandes 1996 waren:
Brigitte Malutzki (1. Vorsitzende)
Gisela Ehmcke (2. Vorsitzende)
Edda Hoestermann (Schriftführerin)
Torsten Adam (Kassierer)

1997 wurde Torsten Adam durch Elke Menges als Kassiererin abgelöst.

2000 bekam der Förderverein der Kaht. Gehörlosenseelsorge PAX den SENFKORNPREIS.

Wie entstand LUKAS 14?
Gründung des Fördervereins
Der Vorstand blieb in dieser Formation bis 2008 bestehen.

Von 1996 – 2006 war „PAX“, wie man die Kath. Gehörlosenseelsorge in Frankfurt bundesweit kannte, führend in vielen Pionierprojekten:

Mit Gehörlosen und Hörgeschädigten Mitarbeitern aus PAX wurde die Frankfurter Gebärdensprachforschung begründet, Lehrbücher (DGS I und DGS II) in Deutscher Gebärdensprache von Daniela Happ wurden herausgegeben, der PAX-Gebärdenchor setzte die wissenschaftlichen Erkenntnisse der DGS-Forschung in die Praxis um. Leiterin des Gebärdenchores war Frau Daniela Happ. Mehrere ZDF-Gottesdienste wurden gestaltet und der Chor gab Anregungen in anderen Gehörlosengemeinschaften ebenfalls Gebärdenchöre zu gründen.

Wie entstand LUKAS 14?
PAX Gebärdenchor

Drei Gehörlose konnten sich in Projekten, die zunächst an der JWG-Universität angesiedelt waren, in Gebärdensprache qualifizieren. PAX konnte dann durch die Gründung des Fördervereins einen gehörlosen Mitarbeiter ab 1996 einstellen.

Gehörlose und hörende Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen von PAX unterrichteten in der berufsbegleitenden Qualifikation zum Gebärdensprachdolmetscher/zur Gebärdensprachdolmetscherin, die von 1998 bis 2007 in Kooperation der FH Frankfurt und Johann Wolfgang Goethe–Universität Frankfurt stattfand.

PAX hat mehrfach eine großzügige individuelle Berufs- und Bildungsförderung für gehörlose Menschen aufgrund der regen Spendensammlung des damaligen Gehörlosenseelsorgers P. Amandus möglich gemacht. Dies betraf Menschen, die eine staatliche Förderung aus unterschiedlichen Gründen nicht mehr erhalten konnten.

2000 erschien nach vier Jahren intensiver Zusammenarbeit mit Gehörlosenseelsorgern und Mitarbeiterinnen in der Gehörlosenarbeit die CD-Rom RELEX (Religiöses Lexikon) mit 600 Gebärden aus dem religiösen Bereich. Das Lexikon wurde ökumenisch erarbeitet. Frau Prof. Helen Leuninger und Frau Daniela Happ hatten die wissenschaftliche Leitung, finanziert wurde das Projekt aus EU-Mitteln, letztlich hat aber P. Amandus mit seinen Spenden das langjährige Projekt realisiert.

Schätzungsweise 400 Personen lernten in der Zeit von 1996 – 2006 im PAX die Grundlagen der Deutschen Gebärdensprache (DGS) in dreijährigen Aufbau- und Kommunikationskursen. Insgesamt 10 Profi-Gebärdensprachdolmetscherinnen und -dolmetscher gingen aus den PAX-Kursen oder Fördermaßnahmen hervor.

2005 erschien die DVD Gebärdenpoesie mit Begleitbuch, welche die 10–jährige Arbeit des Gebärdenchores dokumentierte (DVD und Buch sind vergriffen).

1998 war PAX mit dem Landesverband der Gehörlosen in Hessen (Horst Krämer) maßgeblich an der Anerkennung der Deutschen Gebärdensprache durch das Hessische Landesparlament beteiligt. Monatelang besuchten wir die Fraktionen und diskutierten über die Notwendigkeit, DGS in Schule und Lebenswirklichkeit hörgeschädigter Menschen endlich einzubeziehen. Die Initiative zur Anerkennung der Gebärdensprache ging damals von BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN (Fraktionsvorsitzende Evelyn Schönhut-Keil) aus. Hessen erkannte am 10.12.1998 als erstes Landesparlament die Deutsche Gebärdensprache an. Damit waren u.a. die Ausbildung und Finanzierung von GebärdensprachdolmetscherInnen und das neue Berufsbild der GebärdensprachdozentInnen möglich geworden.


Gebärdensprachdolmetscherin Renata Heil im Landtag

Beteiligte an der Anerkennung der DGS

PAX wagte auch einen Vorstoß zu den Vertretern der rein oralen Methode. Schon 1999 diskutierten VertreterInnen von PAX, der JWG-Universität und HNO-Ärzte des Frankfurter Universitätsklinikums über CI und Gebärdensprache. Wir haben in Herrn Michael Schwaninger, 1.Vorsitzender des CIVHRM einen Gesprächspartner und Freund gefunden, der in nüchterner und beständiger Gesprächs- und Aktionsbereitschaft mit uns ideologische Hürden zum Thema „Kommunikation“ überwunden hat. Heute gibt es Info–Stände mit CI-VertreterInnen und GebärdensprachdolmetscherInnen – Hörgeschädigte mit CI und mit DGS-Dolmetscher sind ins Kulturprogramm von LUKAS 14 ganz selbstverständlich integriert.

Die ersten Versuche, Gehörlose/Hörgeschädigte zu DGS-Dozentinnen auszubilden, begannen unter der Leitung von Daniela Happ und Prof. Helen Leuninger.
Frankfurter Gebärdensprachforschung im PAX.
Die ersten AbsolventInnen waren Thomas Gold, Bernd Houver und Elke Menges.

Heute gibt es mehrere Ausbildungsmöglichkeiten für gehörlose/ hörgeschädigte Menschen, sich in DGS zu qualifizieren. Ein neues Berufsbild wurde begründet.


Die ersten ausgebildeten DGS-Dozenten

Der ehrenamtliche Vorstand des Fördervereins übernahm immer mehr Pflichten, die weit über die ursprünglichen Aufgaben hinausgingen. Mit die größten Projekte waren die beiden Integrativen Schulprojekte für vier gehörlose Kinder an der Frankfurter Friedrich-List-Schule Nied und der Georg-August-Zinn-Gesamtschule in Griesheim von 1998 bis 2003. In der Begleitung von DGS-DolmetscherInnen wurden die Kinder in Regelschulen unterrichtet. Auch wenn diese Projekte leider nicht zum Ende geführt wurden, möchten wir an dieser Stelle all denen danken, die in einer unendlich arbeitsintensiven Zeit den Regelschulbesuch dieser Kinder ermöglicht haben. Lehrerinnen und Lehrer: Frau Ursula Avery, Herr Helmut Mag, Frau Dagmar Laber, Frau Sabine Heilig, Frau Elisabeth Sippel und viele Eltern und hörende Kinder, die diese Projekte unterstützt haben, das Sozialamt der Stadt Frankfurt, welches die Dolmetscher finanzierte, sollen an dieser Stelle genannt werden. Projektgelder mussten beantragt werden und Dolmetscher und gehörlose Mitarbeiter wurden finanziert.


Das Schulprojekt

Der Vorstand des Fördervereins hatte in dieser Zeit bis zu fünf Gehaltszahlungen monatlich zu bewältigen. Die Arbeit geschah rein ehrenamtlich.

Die großen Projekte waren Anlass, eine weitere gehörlose Mitarbeiterin, Frau Katrin Koschollek, neben dem bisherigen Mitarbeiter Herrn Thomas Gold, einzustellen.

Große Zusammenkünfte und Feste waren ein Teil der PAX-Gemeindearbeit, die in dieser Form 2006 beendet wurde:

In den 80-er Jahren die DREI MITRA–FESTE (SPIEL OHNE GRENZEN) mit 400 Gästen und vier bis sechs Spielermannschaften auf dem Gelände des Franziskaner-Gymnasiums Kreuzburg in Großkrotzenburg.


26 Bazare, Adventsmärkte hat PAX immer am 2. Advent veranstaltet.

29 Weihnachtsgottesdienste mit Gebärdenchor und dem traditionellen Weihnachtsspiel waren jahrelang ein Geheimtipp für Menschen, die einen beschaulichen Weihnachtsgottesdienst am 24.12. suchten. Hier begannen bereits vor 20 Jahren die ersten Integrationsformen, indem Wort und Gebärde gleichberechtigt eingesetzt wurden.

25 Fastnachtsveranstaltungen mit Tanzpantomime, Theaterspiel und preiswertem Essen und Trinken in den Gemeindesälen von St. Antonius Frankfurt, St. Nikolaus Bad Vilbel und St. Bernhard Frankfurt. Dank auch an diese langjährigen Gastgeber.


An dieser Stelle danken wir besonders Familie Busen-Ehmcke, die in großer Beständigkeit und mit viel Organisationstalent diese Großveranstaltungen mit realisiert hat. Die Familie ist bereits in dritter Generation ehrenamtlich für PAX/LUKAS14 tätig.

Weihnachtsgottesdienst
Tanz in der Kirche
Fastnacht
Christine Göss-Constantinides

Neben Theater war auch immer Tanz ein großes Thema in PAX. 25 Jahre lang begeleitete uns mit hoher Fachkompetenz Frau Christine Göss-Constantinides. Viele Mädchen, hörgeschädigte und hörende, haben Grundlagen einer Ballettausbildung erfahren.

Apfelweinfeste und viele Feiern in Liebfrauen/Kapuzinerkloster Frankfurt.

18 Bildungsreisen durch die Kulturlandschaften Deutschlands. Von der Ostsee bis nach Bayern.

Pfingstausflüge mit der Jugendgruppe aus gehörlosen und hörenden Kindern.

15 Jugendfreizeiten mit gehörlosen Schülerinnen und Schülern in den Sommerferien im Rahmen der Landesarbeitsstelle Hessen.

Auslandsreisen nach Italien, Österreich, Schweiz und Israel.

Nicht zu vergessen ist der monatliche Seniorentreff, der von 1981 bis 2006 bestand.

Theater wurde im PAX immer großgeschrieben. Unzählige große und kleine Theaterprojekte durchzogen die knapp 30 Jahre, in denen P.Amandus Hasselbach OFMcap Gehörlosenseelsorger war.

Insgesamt fünfmal spielten wir in großen Aufführungen im Archäologischen Garten vor dem Dom:
1989 – 750 Jahre Frankfurter Dom
1994 – 1200 Jahre Frankfurt
2000 – Evangelienspiel 1
2003 – Evangelienspiel 2
2006 – Evangelienspiel 3
2009 – Evangelienspiel 4

Wir haben das Theaterspiel immer favorisiert, weil hier am einfachsten individuelle Bildung und Sozialisation, Integration, Glaubensverkündigung und Öffentlichkeitsarbeit realisiert werden konnten.

Das Frankfurter Evangelienspiel

Neben der Förderung und Verbreitung von Deutscher Gebärdensprache verfolgte PAX zunehmend den Gedanken der Integration. Bereits ab Mitte der 90er Jahre war absehbar, dass sich ein großer Wandel im Bereich der Gehörlosenarbeit anbahnte. Der Rückgang gehörloser Kinder machte sich an den Sonderschulen bemerkbar. Schwerhörigen- und Gehörlosenschulen wurden zusammengelegt, die Anzahl der wirklich tauben Kinder schrumpfte immer mehr. Die Medizintechnik schritt mit digitalen Hörgeräten und Cochlea Implantaten weiter voran. Spätertaubte Menschen wurden durch das CI rehabilitiert und schlossen sich kaum noch den Gehörlosengemeinschaften an. Wir wurden uns immer bewusster, dass die bisher geschlossene Gehörlosengemeinschaft in einen großen Verwandlungsprozess hineinsteuerte, der Nachwuchs an rein gebärdensprachlich orientierten gehörlosen Kindern und Jugendlichen schrumpfte immer mehr. Sowohl die Medizintechnik, die vielen Hörgeschädigten den Zugang zur Lautsprache ermöglichte, die neuen Kommunikationsmöglichkeiten (Internet, Fax, Mobilfunk…) als auch der Einsatz von qualifizierten DGS-DolmetscherInnen bahnten immer weiter den Weg in die Integration.

CI-Tag in Frankfurt am Main

Wir sehen dies nicht als Niedergang der ursprünglichen „klassischen“ Gehörlosenseelsorge, sondern als einen normalen Prozess des Wandels, dem alle Gruppen unterzogen sind. Wir haben ja die „Normalität“ im Umgang mit Hörgeschädigten gewollt und dafür gekämpft, nun ist es soweit, dass hörgeschädigte Kinder und Jugendliche mit Hilfe der Medizintechnik und mit Hilfe von GebärdensprachdolmetscherInnen Schulen, Berufsschulen und Universitäten besuchen können. Selbstverständlich sind heute auch Bekanntschaften und Freundschaften unter Hörgeschädigten/ Gehörlosen und Hörenden, die vielfach durch das Erlernen der Gebärdensprache ermöglicht wurden. Der von uns mit angestoßene Wandel hatte auch „PAX“ erreicht, keine Gehörlosengemeinschaft kann sich diesem Wandel entziehen und jeder muss für sich eine Antwort darauf finden. Unsere Antwort war die völlige Öffnung in die Gesellschaft, das Ansprechen anderer Behindertengruppen, die uns verblüffend ähnliche Erfahrungen aus ihren Gemeinschaften erzählten. Heute kommen auch vermehrt Hörgeschädigte ohne Gebärdensprach-kenntnisse zu uns, CI-Träger und Schwerhörige, die sich von der integrativen Form angesprochen fühlen. Auch wenn wir uns als PAX und heute als LUKAS 14 für Gebärdensprache einsetzen, so haben wir eine einseitige Ideologisierung immer abgelehnt. Wichtig ist für uns, dass Hörgeschädigten die ganze Palette der Kommunikationsmöglichkeiten eröffnet wird. Wichtig ist für uns, dass verschiedene Lebenswege als persönliche Entscheidungen akzeptiert und respektiert werden.

Integrative Theatergruppe

Gebärdensprache ist heute auch eine Sprache der Schwerhörigen und Hörenden geworden. Entwicklungen kann man nicht stoppen, man muss sich anpassen und Bewährtes in neue Zeiten übertragen. Möglich wurde dies durch die oben genannten Aktionen, durch viele Theaterprojekte, an welchen zunehmend gebärdensprachkompetente Hörende teilnahmen („Der Talisman“, „Der Kreidekreis“, „Die Mausefalle“). Weiter in den Integrationsgedanken führten uns die Integrativen Monatsgottesdienste in der Liebfrauenkirche seit 1996, die FRANKFURTER EVANGELIENSPIELE 2000, 2003 und 2006 mit Hunderten von neuen Menschen, Behinderten, Nichtbehinderten, Menschen aus anderen Glaubensgemeinschaften und der ganzen Welt. Besonders die EVANGELIENSPIELE führten uns in eine neue Weite, ein neues Miteinander.

Aus dieser Entwicklung entstand am 1.7.2007 der Verein LUKAS 14 – Integration und Kultur für Menschen mit Behinderungen. e.V. in dem verschiedene Behindertengruppen, aber auch Menschen ohne Behinderung und vermehrt Menschen aus anderen Ländern, die in Frankfurt eine neue Heimat suchen, zu uns kommen.
Der FÖRDERVEREIN der KATHOLISCHEN GEHÖRLOSEN-SEELSORGE erweiterte sich zu LUKAS 14. Christina Kupczak übernahm die Geschäftsführung, P. Amandus Hasselbach, jetzt im Ruhestand, begleitet uns weiter ehrenamtlich.Im Jahr 2008 schied Brigitte Malutzki-Gritsch aus dem Vorstand aus, ihre Nachfolgerin wurde Gisela Ehmcke als 1. Vorsitzende. Seit 2010 ist Dr. Lutz Riehl 2. Vorsitzender und verantwortlich für die Pressearbeit. Elke Menges schied aus dem Vorstand aus. Ihre Nachfolgerin im Amt der Kassiererin ist Edda Hoestermann, Schriftführerin ist Dr. Veronica Berariu-Frische. Verantwortlich für den barrierefreien Zugang für Hörgeschädigte zum Vereinsprogramm ist der staatlich geprüfte Gebärdensprachdolmetscher Stefan Richter.
Brigitte Malutzki-Gritsch
Der Vorstand seit 2010 (von links nach rechts)

Dr. Veronica Berariu-Frische, Gisela Ehmcke, Edda Hoestermann und Dr. Lutz Riehl

 

Nach wie vor hat Gebärdensprache bei uns einen wichtigen Platz, aber auch ganz neue Gruppen und Einrichtungen sind entstanden:
Der INTEGRATIVE GEBÄRDENCHOR LIEBFRAUEN/LUKAS14 (Leitung: Sina Paluch und Stefan Richter) besteht aus behinderten und nichtbehinderten Menschen, der Chor arbeitet mit Gebärdensprache und Musik. Ebenso die GOLDIES – ein Freizeitchor für behinderte und nichtbehinderte Menschen ab dem 50. Lebensjahr, der bis ins Jahr 2014 bestand.
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Integrativer Gebärdenchor

Ein KULTURSALON wurde gegründet, kleine Kochseminare werden angeboten, die Frankfurter Mundart wird bei großen und kleinen Anlässen gepflegt, eine INTEGRATIVE THEATERGRUPPE entstand, die FRANKFURTER EVANGELIENSPIELE sollen fortgeführt werden.

Weiterhin sind wir im sozialen Bereich tätig, weiterhin gibt es Pionierprojekte. z. Zt. ein Projekt an der Viktor-Frankl-Schule (Schule für Körperbehinderte) in Kooperation mit CeBeeF, dem Integrationsfachdienst Gießen, der Agentur für Arbeit und der Stadt Frankfurt a.M.

Eine Erkenntnis aus unserer PAX-Zeit ist aber über kulturelle Aktionen soziale durchzuführen, soziale Leistungen im pädagogischen und finanziellen Bereich nicht nur individuell zu vergeben. So entsteht ein natürliches Miteinander ein lebendiges Geben und Nehmen, auch eine gewachsene Struktur in der Verantwortung.

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Goethe-Einakter und Der Heiratsantrag

LUKAS 14 hat viele Förderer:
Die Stadt Frankfurt a. M., Stiftungen, viele Privatpersonen unterstützen unserer Arbeit und ermöglichen die Existenz unseres gut besuchten kleinen LUKAS-Zentrums in der Vilbeler Straße 36. Der Verein ist jetzt selbstständig und muss sich selbst finanzieren. Wir durften erfahren, dass wir mit unserem Programm viele Menschen interessieren und gewinnen konnten. Wir schauen optimistisch in die Zukunft.

Durch die (nach EU-Recht) markengeschützte Methode BILDERGEBÄRDEN konnte für eine hörgeschädigte Pädagogin an der Viktor-Frankl-Schule eine Stelle geschaffen werden. Insgesamt drei Schulen verwenden BILDERGEBÄRDEN als einen Kommunikationsweg für nicht-sprechende hörende Kinder. Weiterhin finden Kurse für Lehr- und Erziehungspersonal in LUKAS14 statt.

2012 wurden Buch und DVD „Sende uns Engel“ fertiggestellt. Ein Pionierprojekt hat nach zwei Jahren seinen Abschluss gefunden. Die Arbeit zeigt, wie man Menschen mit und ohne Behinderung in einem visuellen Chor zusammenfassen kann. Fünf Jahre des Integrativen Gebärdenchors Liebfrauen (IGeL) werden hier in Lehrbeispielen, Interviews und Konzertausschnitten gezeigt.

Die Nachhilfearbeit für Schülerinnen und Schüler aus Migrantenfamilien hat sich in der Herz-Jesu-Gemeinde Eckenheim und LUKAS14 etabliert. Die Arbeit wird aus Spendengeldern finanziert.

Seminar: Japanische Teezeremonie und Kimonos

LUKAS 14 ist ein Verein ohne eine „Zielgruppe“.
Wen sprechen wir an? Alle Menschen guten Willens, die bereit sind, die verschiedensten Lebensentwürfe zu respektieren und zu akzeptieren. Im LUKAS trifft man die Welt im Brennglas. Menschen aus bis zu 15 Nationen, aus vier Religionen, viele Generationen, Menschen mit und ohne Behinderungen gestalten das Leben in und um das LUKAS-Zentrum. Die meiste Arbeit geschieht rein ehrenamtlich, eine unschätzbare und unverzichtbare Leistung, von vielen Menschen über Jahre, sogar Jahrzehnte erbracht. Wir sind mehrheitlich Christen und praktizieren unseren Glauben, in den wir einladen teilzunehmen, jedoch ohne Missionierungsabsichten. Wir respektieren die Glaubens-überzeugungen anderer Menschen und wir lernen gerade auch intensiv von Menschen mit anderen Traditionen und Religionen.

Dolmetschen in die Gebärdensprache

Mit dieser kleinen Chronologie der Ereignisse wollen wir die langjährige intensive Arbeit vieler Menschen im „PAX“ und im LUKAS14 würdigen, den ehrenamtlichen Einsatz, die Spendenbereitschaft vieler Menschen, welche die meisten Projekte erst möglich gemacht haben, die kontinuierliche Arbeit des Vorstandes vom Förderverein bis zum Vereinsvorstand LUKAS 14, die Leistung der vielen treuen und langjährigen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, den Aufbau und die Förderung durch das Bistum Limburg von der Gehörlosenseelsorge bis zum integrativen Verein.

Besonders bedanken wir uns für die Unterstützung und Förderung die wir in der Liebfrauengemeinde Frankfurt und durch den Kapuzinerorden erfahren haben.

Wir danken auf diesen Seiten allen, die uns begleitet und unterstützt haben, auch Menschen, deren Wege sich von den unseren getrennt haben und Menschen, die uns immer noch begleiten und mit uns arbeiten. Wir wollen mit dieser kurzen Dokumentation den Einsatz aller aus PAX bis in die LUKAS-Zeit würdigen.

„Alles hat seine Zeit …“ steht im Buch des Predigers (3. Kap.)

Wir sind uns bewusst, dass diese Zeit fließt und wir uns auch weiter verwandeln müssen, wenn LUKAS 14 Bestand haben soll – mehr denn je seit dem 28. September 2012. Am Abend dieses Tages starb P. Amandus Hasselbach, OFMcap an einem langjährigen Krebsleiden. Wir danken Gott für das große Geschenk, dass er unser Seelsorger war.

„Geht es weiter?“

„Gibt es wieder ein Evangelienspiel?“

„Wer wird Nachfolger von P. Amandus?“

Ja, wir arbeiten weiter.

Ja, es wird weitere Evangelienspiele geben.

Nein, es gibt keinen „Nachfolger“ von P. Amandus.

Wir werden sein Werk in seinem Sinne weiterführen.

 

 

2014 ist das Jahr des beginnenden Generationenwechsels. Auf der Mitgliederversammlung am 31.03.2014 löste Dr. Gunter Büchel Edda Hoestermann im Amt des Kassierers ab, Patricia Ehl folgte auf Dr. Veronica Berariu-Frische. Vorstand und Geschäftsführung sind sich bewusst, dass jetzt die nächste Generation nachrücken muss, soll LUKAS 14 Bestand haben. Wir hoffen, den Generationenwechsel Ende 2016 erfolgreich abgeschlossen zu haben. Davor liegt im Juli/August 2015 das FRANKFURTER  EVANGELIENSPIEL, dessen Vorbereitungen bereits laufen.

Im LUKAS 14 Programm konnten wir die Hausaufgabenhilfe mit einer neuen Gruppe erweitern: Jahnu Ragunathan, Studentin der Pharmazie schult am Wochenende tamilische und indische Kinder und Jugendliche in den naturwissenschaftlichen Fächern. Udo Lorenz betreute eine Gruppe mit Migrantenkindern vorwiegend aus Eritrea.

Die Methode BILDERGEBÄRDEN wird weiterhin erfolgreich angewandt und ist inzwischen Schulsprache in drei Förderschulen geworden. Kurse werden fortlaufend in LUKAS 14 stattfinden.

Das INTEGRATIVE  THEATER  LUKAS 14 hat die Aufführungen von „Cäsar und Cleopatra“ nach G. B. Shaw abgeschlossen und bereitet sich momentan auf ein neues Projekt vor: TATORT  ORIENTEXPRESS (nach der Erzählung von A. Christie) in einer Dramatisierung von Lutz Riehl. Wir wollen mit der Integrativen Theatergruppe den Gedanken und die Lebenspraxis der Inklusion in der Öffentlichkeit, speziell an Gymnasien, bekannt machen.

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Cäsar und Cleopatra

Am 15.November 2014 war die Premiere von „Tatort Orientexpress“ im Goethegymnasium Frankfurt. Wir hatten pro Abend ca. 100 Besucher. Damit hat das INTEGRATIVE THEATER LUKAS 14 seinen Einstand in die Frankfurter Theaterwelt gegeben.

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Am 28.11.14 legte Frau Gisela Ehmcke, 1. Vorsitzende des Vereins ihr Amt nieder. Mit der Neu- Konstituierung des Vorstands am 09.02.2015 ist nun in wesentlichen Teilen der Generationenwechsel in LUKAS 14 vollzogen, der 2016 abgeschlossen sein wird. Davor liegt das Frankfurter Evangelienspiel im Juli/August, das zum zweiten Mal auf dem Schulhof der Liebfrauenschule stattfinden wird. Die Vollversammlung der Evangelienspieler im Januar mit nahezu 120 Mitwirkenden war ein gutes Zeichen.

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Der Vorstand:
Dr. Lutz Riehl – 1. Vorsitzender
Patricia Ehl – 2. Vorsitzende
Dr. Gunter Büchel – Kassierer
Jahnu Ragunathan-Schriftführerin

LUKAS 14 wird bunter: nicht nur haben sich durch unsere kulturelle und soziale Arbeit Migrantengruppen aus Sri Lanka, den Philippinen und Eritrea angeschlossen, sondern auch Menschen aus anderen Behindertengruppen sind zu uns gestoßen und leisten eine wertvolle Mitarbeit.

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Zukunftsweisend war auch die Aufführung „Hear my Prayer“ am 07.02.2015 mit dem Integrativen Gebärdenchor Liebfrauen (IGeL) und dem Gospelchor der evangelischen Erlösergemeinde in Bad Homburg in der Liebfrauenkirche Frankfurt.

Das 6. EVS im Juli / August 15 fand das zweite Mal auf dem Schulhof der Liebfrauenschule statt. Es war das erste Spiel ohne P. Amandus. Unser Kreis hat sich seither erweitert.
Nach einem erfolgreichen und bunten Jahr legte die Geschäftsführerin Christina Kupczak am 1. August 2016 ihr Amt nieder und überreichte dies einem Geschäftsführungstrio: Stefan Richter, Cornelia Horne und Grace Görlach. Auch der Vorstand wurde auf 6 Personen erweitert mit den Beisitzern S. Bernharde Finken und Thomas Walz.

Die neue LUKAS 14 Geschäftsführung ab 01.08.2016: Stefan Richter mit den beiden Assistentinnen Dr. Cornelia Horne (rechts) und Grace Görlach (links)

Die neue LUKAS 14 Geschäftsführung ab 01.08.2016: Stefan Richter mit den beiden Assistentinnen Dr. Cornelia Horne (rechts) und Grace Görlach (links)

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Die neue erweiterte Vorstand von LUKAS 14: Thomas Walz, Dr. Lutz Riehl, Patricia Ehl, Dr. Gunter Büchel, Jahnu Ragunathan, S. Bernharde Finken (von links)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nach 9 Jahren ist nun die Gründergeneration abgelöst worden. Es ist gelungen, die Menschen, für die LUKAS 14 gegründet wurde, auch in die verantwortlichen Ämter zu integrieren: Menschen mit Behinderungen (3 Personen) und Migranten (3 Personen). Damit wurde ein wesentliches Vereinsziel zur Inklusion auch intern erreicht.

 

Frankfurt im Juli 2016

Vorstand und Geschäftsführung von LUKAS 14 e.V.

    lukas14.de Webutation