Monica
Wie kam es zu Deiner Hörbehinderung?
Ich heiße Monica, bin 74 Jahre und seit vielen Jahren schwerhörig.
Meine Schwerhörigkeit wurde mir ganz langsam bewusst, weil ich diese Tatsache nicht wahrhaben wollte. Erst als mich jemand scherzhaft fragte.“ Sag mal, bist du schwerhörig?“ Habe ich ganz entrüstet geantwortet; “Ich bin doch nicht schwerhörig!“ … Da fing ich doch an, nachzudenken.
Es folgten viele ärztliche Untersuchungen, um die Ursache zu finden, aber leider ohne Erfolg.
Tatsache war: Ich bin schwerhörig und die Schwerhörigkeit nahm schleichend zu. Mir wurde bewusst, dass ich jetzt etwas unternehmen musste.
Du bist bei Lukas14 engagiert. Warum arbeitest Du mit?
Ich besuchte sonntags den Gottesdienst in der Liebfrauenkirche. Hier hörte ich, dass es eine Gruppe gibt für Menschen mit Behinderungen, wo man auch DGS (Gebärdensprache) lernen kann. Da wurde ich neugierig und nahm Verbindung mit dem damaligen „PAX“ auf. Das kostete mich einige Überwindung, weil ich meine Behinderung offen eingestehen musste – vor mir selber. Ich fühlte aber: Das ist das Richtige! Das Schlimmste wäre, sich jetzt abzukapseln. Ich wurde freundlich und verständnisvoll im „PAX“ aufgenommen. Hier habe ich ein wenig Gebärdensprache gelernt, was in meinem Alter vermutlich nicht mehr ganz so leicht ist und die Arthrose in den Fingern macht das Gebärden schwer. Aber unter geduldiger Anleitung habe ich vieles von der – doch so schönen – Gebärdensprache gelernt. Dann wurde der Gebärdenchor DIE GOLDIES gegründet, in dem ich „mitwirke“.
Das soll ein kleines Beispiel sein, wie gut und wichtig es ist , selbst mit einer Behinderung, Neues anzupacken, sich nicht zu verkriechen, sondern auf andere zuzugehen, dadurch nette Menschen kennen zu lernen, die ähnliche Probleme haben und mit ihnen Erfahrungen auszutauschen, bzw. Ratschläge einzuholen.
Hier im „LUKAS 14“ (früher „PAX“) habe ich festgestellt, dass ich mit meiner Behinderung ernst genommen werde und auch gute und kompetente Hilfe bekomme. Das stärkt das Selbstbewusstsein.
Mir hat es sehr geholfen, als ich mich endlich für Hörgeräte entschlossen hatte. Sie sind nicht das „A“ und „O“, aber sie helfen bis zu einem gewissen Grad. Für ein CI konnte ich mich noch nicht entscheiden.
Hast Du eine „persönliche Nachricht“? Etwas, was Dir wichtig ist und was Du mitteilen möchtest.
Wichtig ist es, sich nicht in sich selbst oder seine 4 Wände zurückzuziehen, sondern für alles offen zu sein, wenn möglich, einen großen und verständnisvollen Freundeskreis zu haben und sich solchen hilfreichen Vereinen, wie z.B.“ LUKAS 14“ anzuschließen.
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