Christraud

Wie kam es zu Deiner Sehbehinderung?

Meine Sehbehinderung ist die Folge eines ärztlichen Fehlers. Im Babyalter wurde ich operiert, was – nachträglich gesehen – falsch war. Der Arzt hatte Krebs vermutet, was nicht stimmte.
Heute habe ich eine Sehkraft von 2 %.

Was bedeutet für Dich die Behinderung?

Sie ist Herausforderung und Aufgabe, ich empfinde eine soziale Verpflichtung andern
Sehbehinderten zur Seite zu stehen, deshalb bin ich auch ehrenamtlich sozial engagiert beim Kath. Blindenwerk. Früher hatte ich auch Späterblindeten Braille-Schrift erklärt. Das war mir allerdings zu einseitig, ich bin gerne auch mit Nicht-Behinderten zusammen.

Sind spezielle Vereine und Gruppen für Sehbehinderte wichtig?

Ich denke: ja, wegen der Lobby, die man heute haben muss. Man ist nicht mehr so versorgt wie früher. Heute müssen sich Behinderte auch aktiv für ihre Bedürfnisse und Rechte einsetzen.

Du arbeitest im LUKAS 14 Programm mit. Hier sind viele Nicht-Behinderte. Warum arbeitest Du mit?

Wegen der Integration, das finde ich wichtig. Auch die Anbindung an die Kirche und die Gestaltung der Gottesdienste gefällt mir. Es wird Veränderungen im Bereich der Behindertenarbeit geben und LUKAS 14 ist ein gutes Zukunftsmodell. Das Miteinander ist sehr natürlich, vor allem das Miteinander Tun, im FRANKFURTER EVANGELIENSPIEL und in den Theatergruppen oder Gebärdenchor. Hier ist ein offenes Aufeinander- Zugehen, das finde ich sehr schön.

Hast Du eine „persönliche Nachricht“, etwas Wichtiges, was Du sagen möchtest?

Ich hoffe, dass die technische und medizinische Entwicklung weitergeht, dass es evtl. Chips zur Einpflanzung ins Auge gibt, so wie es ein CI für Gehörlose gibt.

Mein empfohlener Link:
www.fakoo.de

Christraud beim Evangelienspiel 2009

Christraud beim Evangelienspiel 2009
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